WIR SIND SUPERFERTIG, DOCH WIR FÜHLEN UNS HERRLICH
Eine persönliche Manöverkritik zum Frittenbudekonzert (mit Unterstützung von Saalschutz) am 09/04/2011 mit subjektiven Eindrücken und komplett ohne objektive und damit für professionelle Kritik geeignete Aussagen. Für mehr Informationen oder einen Lauschangriff bitte die Website von Audiolith besuchen, oder Youtube betätigen.
Das Puplikum ist jünger, als wir dachten. Mit fast 20 Jahren komm ich mir schon alt vor, während ich die noch nicht halb verbrauchten Kids betrachte. Viele Pärchen sind dabei. Bei Seifenblase und Bilder mit Katze drehen sie sich zueinander, lächeln und küssen sich im Wechsel zu tanzenden Anschmiegungen. Wäre er doch nur nicht am anderen Ende der Welt, denke ich, aber mittlerweile kann ich für andere mitlächeln. Außerdem ist die Stimmung viel zu gut, um sich in Einsamkeit zu suhlen. Live sind Frittenbude genau so genial, wie erwartet. Gesetzt wird nicht auf Effekte, es gibt nur ab und an Seifenblasen als Gag. Texte werden mitgegröhlt, manchmal ändert Johannes sie ab und reimt sogar die Übergänge zurecht.
Zufrieden grinsend wir uns an, verschwitzt, schnappatmig und von der Reizüberflutung angeheitzt Das Gespringe und Tanzen macht uns fertig, das Flackerlicht brennt sich auf die Netzhaut und ich schließe die Augen wie in einer angenehmen Trance. Bei Seagull nehme ich Glitzerbäckchens Hand. Ich weiß, was der Text nach ihrer Trennung vor kurzem in ihr auslöst. In ihren Augen stehen Tränen, während sie auf die Bühne starrt und man ihr ansieht, dass sie ganz woanders ist. Sie lächelt mich kurz an, wir verstehen uns ohne Worte. Bei Mindestens in 1000 Jahren stürze ich mich mit meiner Pandaschwester todesmutig zum ersten Mal rücklings von der Bühne. Nur wenige Sekunden schwebe ich über den Händen der Einheitsmasse, in der sich alle nur wegen der Musik auf Anhieb verstehen, doch es ist eines der herrlichsten Gefühle. Viel zu schnell ist der von zum Nachdenken anregenden Texten und tanzbaren Beats dominierte Abend vorbei. Zum Schluss stürmen die meisten der Gäste den Gastgebern die Bühne ein und feiern zusammen wie ein einziger riesiger Freundeskreis. Ich muss lächeln, wisch mir den Schweiß von der Stirn. Ausgepowert trinken wir ein Abschiedswasser, zerstört, zerlegt, aufgekratzt, aber überglücklich.

0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen