STOLPERFALLEN UND DAS ZERTRETEN DES WARNENDEN SPÄHERS
Ich zittere vor Angst und Sorge, meine Lippe zuckt und Salzwasser rinnt mir über die Wangen. Keinem wollte ich etwas Böses, doch Schock und der Tyrann in mir machten gute Intentionen zu einem bösen Spiel. Was in meinem Kopf Alarm schlug und einen Schutzmechanismus auslöste, dreht mir meine Gegenüber auf der Zunge zu Egoismus und nicht vorhandene Gönnerhaftigkeit. Ich weiß, dass ihr einen Fehler macht. Ich seh es fast schon vor mir, wie das alles in die Brüche geht. Und ich will euch warnen, vom Abgrund wegziehen. Ihr seid mir wichtig. Doch wo ich versuche ein Held zu sein, macht ihr mich zum miesmachenden Bösewicht. "Du bist eine beschissene Freundin" spuckt sie mir ins Gesicht. Wieder löst sie in mir das Gefühl aus, ein furchtbarer Mensch zu sein. Unausstehlich, unsicher und launisch. Wieder mache ich scheinbar alles falsch, dabei sollte es doch richtig sein. Meine Meinung wird platt getreten und unangespitzt in den Boden gerammt, als sei sie ein feindlicher Speer, der nur zerstören und nicht retten. Ich bin nicht still genug. Hätte ich doch nur nichts gesagt. Wut brodelt in meinem Bauch und Selbstzweifel flüstern mir ins Hirn. Aber es war mir doch wichtig. Es war mir wichtig. Ich seh euch fallen und irgendwem muss ich die Schuld geben. Irgendwas wird zerbrechen. Sie kennt das doch. Und sind sie erstmal am Boden, wird mir der Satz "Ich habs euch doch gesagt" nicht annähernd so wohltuend von den Lippen kommen, wie manche ihn von sich selbst überzeugt dahersäuseln.
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