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Meine Wahrheit über's Studentenleben. Alle Gesichter sind neu, allein ein Grund missmutig zu sein. Überall Smalltalkscheiß. Und, wo kommst du her? Fräulein macht anderem Fräulein ein unverfängliches Kompliment über ihren Nagellack. Oh Gott, wie süß. Wo hast du den denn her? Jetzt bloß nichts Unpassendes sagen. Lass' mal über's Wetter plaudern. Als stutenbissiges weibliches Individdum hält man sich an die Männer. Die reden innerhalb von 3 Tagen über's Saufen und Ficken. Passt.

Irgendwann ziehen alle um. Die Damen, die es bereits in die große Stadt geschafft haben und nun einen cosmopolitischen Lebensstil pflegen, haben es auch irgendwann aus dem oberflächlichen Gespeichel geschafft und bilden langsam kleine Häppchengruppen zum gemeinsamen Lady's Abend im Vapiano. Ach und ich weiß gar nicht, was ich heute zum Feiern anziehen soll. Selbst bleibt man weiter Pendler und gönnt sich nur ab und an bei Sonnenstrahlen ein Bier mit den neuen Kollegen auf dem Campussteintreppen. Alles sehr studentisch.

Alte Freunde, die längt in eine andere Stadt gezogen sind, kriegt man nur noch am Wochenende zu Gesicht. Und dann sind sie furchtbar müde, denn die Partys unter der Woche waren GEIL! Generell ist das Studentenleben GEIL! Man fragt sich, wann die denn man Projekte erarbeiten oder lernen müssen, verkneift sich die Frage aber und macht dann eben nur "'nen Ruhigen mit 'nem Film oder so", obwohl man irgendwo Saufen und Ausarten will. Wie früher eben. Das Gefühl alt zu werden kommt auf.

Irgendwann ist man die Pendelei satt. Und zu Hause halten einen ja auch keine Leute mehr, immerhin sind die längst in die große weite Welt gezogen, während man zum dritten Mal alle Scrubsfolgen durchgeguckt hat. Nach ewiger Suche findet man eine Wohnung, doch der Umzug läuft schleppend. Vorlesungen, Möbel aufbauen, Prüfungen schreiben, Job suchen - irgendwie passt das alles nicht so recht unter einen Hut. Aber nach zäher Kaugummizeit ist auch die Wohnung bezugsbereit. Doch plötzlich packt einen die Angst vor der Großstadt, vor dem Alleinsein, vor der Welt außerhalb des Nestes. Hier ist es doch eigentlich ganz kuschelig. Und in Köln kennt man ja auch niemanden. Man war nie mit im Vapiano, man hat sich nie in 'Ach du Schreck, ich weiß nicht welche Pumps besser passen'-Gespräche eingemischt und eigentlich will man das auch weiterhin so halten. "Such' dir mal Freunde" kriegt man um die Ohren geklatscht, während man in den Semesterferien versauert. Auf einmal müssen alle anderen nämlich lernen. Huch, wir haben ja das ganze Semester über nur Party gemacht. Aber, Alter, das Studentenleben ist GEIL!
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ICH WILL DICH NICHT MÖGEN

Es ist wie immer. Du witzelst über mich, reißt Sprüche. Ich mach' ne dicke Lippe und verdrehe die Augen. Du grinst. Ich grinse. Wir wissen beide bescheid. Wir verstehn' uns gut. Es läuft. Wie eine nette Freundschaft zwischen einem Typen und einem Mädel eben laufen sollte. Genau so, wie ich es gut finde. Doch dann seh ich die Grübchen von deinem Lachen und mein Magen fühlt sich flau an. Ich schüttel den Kopf. So geht das nicht.
Ich erwische mich beim Autofahren, wie ich drüber nachdenke, wann wir uns demnächst sehen und mich mehr auf dich freue, als auf die anderen. Ich realisiere erst später, wie angenervt ich werde, wenn du von anderen Frauen sprichst. Ich schüttel den Kopf. So geht das nicht.

Wieso sollte es auch so sein? Ich mein, wir sind total verschieden. Auf einer Wellenlänge surfen, gut und schön,  doch auf der plansche ich auch mit anderen. Es ist nicht so, dass ich dich öfter ansehe als sonst. Ich würde auch niemals mehr mit dir schreiben als mit anderen. Und diese SMS, die ich dir gestern schickte, waren rein informativer Natur. Nur, dass sich da niemand etwas einbildet. Ich schüttel den Kopf. So geht das nicht.

Ich will dich nicht mögen! Ich will dich nicht mögen!
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SCHMÜCK DICH NICHT MIT DEINEM WESEN

"Oliver feiert seinen Geburtstag" lacht er neben mir im Wagen, ich lächele daraufhin nur. "Domme, Nico, Chrissi, Matthes - sind alle mit dabei. Wir trinken und grillen im Garten, wird sicher klasse" Das stupide, nichtssagende Lächeln bleibt auf meinen Lippen. Was soll ich auch schon sagen? Ich bin nicht eingeladen und komme mir vor wie ein Kleinkind, dass zu einer coolen Piratenparty nicht erscheinen darf, weil die anderen es nicht dabei haben wollen. Um eine nette Miene bemüht sage ich nur, etwas kühler als beabsichtigt, "Klingt doch gut" und starre durch die leicht verschmierte Autoscheibe. In meinem Bauch zieht die Enttäuschung, immerhin war ich früher bei diesen Treffen mit dabei und gerade sie haben dazu beigetragen, dass das letzte Jahr eines meiner schönsten wurde. Ich war so gern mit den Jungs zusammen, bin es immernoch. Sie waren mein kleiner, etwas separater Freundeskreis, meine Männer halt. Und auch der Zerbruch einer Beziehung konnte dies nicht zerstören. Bis jetzt. Was war passiert? Mulmig presse ich die Lippen aufeinander, um nicht um eine schicke Einladung in Form eines Piratenschiffs zu betteln und zu quängeln. 'Lass gut sein', red ich mir ein und versuche an etwas anderes zu denken, als an die Abende von damals, die mir so gut taten. "Marina kommt auch." Zu spät. Mit einem Schlag trifft mich der Satz in der Magengrube. Sie, die sich jetzt dazwischen drängt. Aus einem anderen Kreis meiner Liebsten in den einen rutscht, den ich nie teilen oder abgeben wollte. Den ich verteidigt habe bis aufs Blut, als er vor dem Aus stand. Den ich gehalten so gut es ging festhalten wollte. Sie würde mich ersetzen und genau das passiert in meinem Kopf: Aus meiner Erinnerung, in der ich zwischen ihnen sitze, eine von ihnen, wird ihre. Austauschbar und abgestoßen komme ich mir vor und schlucke. Siedeheißer Neid schüttelt mich durch. "Alles okay?" "Klar." lüge ich, doch der Gedanke bereitet mir Bauch- und Herzschmerzen. Doch ich darf mich nicht aufführen. Das hier ist kein Kindergeburtstag. Das hier ist einfach Scheiße. Aber als gesittete Erwachsene ist Neid und Eifersucht, sowie Quängelei wegen 'Lapalien' nun wirklich keine Zierde. Also halt ich die Fresse und tobe nur hinter meinen stupide lächelnd aus dem Fenster starrenden Augen.
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MILCHAUGEN

Ich stehe in der Küche und fühle mich leer und ausgesaugt. Es kommt ganz plötzlich über mich und ich muss innehalten, während ich den Teller abspüle, und starre nur vor mich hin, abwartend, bis es wieder aufhört. Ich fühle mich alleine und unerwünscht, obwohl niemand im Raum ist. Der Schritt zurück macht mir Angst, die Zukunft ist noch viel furchteinflößender. "Reiß dich zusammen" zische ich mir selbst ins Ohr, während ich alles nur noch halb so schnell erledige. Spüren tu ich das alles nicht und ich wünschte, jemand würde mich kneifen. 

Langsam wird es Zeit. Zur Maskierung brauche ich immerhin eine halbe Stunde. Das Mädchen im Badezimmerspiegel kleistert sich die Poren mit Farbe voll, ihre Haut ist nicht grad die reinste, ihre Augenringe wirken tiefer als sonst und ihre Haare sehen furchtbar aus. Angeekelt - nicht vor mir selbst, sondern vor dem was ich tue um Leuten zu gefallen, die ich nicht kenne und um mich draußen wohl zu fühlen, was einfach eine widerliche Tatsache unserer Gesellschaft ist - halte ich inne. Der Ausdruck in meinen Augen ist leer und gleichgültig, aber wer achtet da schon drauf? Spätestens nach zwei Bieren sehen doch eh die meisten genau so aus. Milchäugig grinsen sie sich durch die Nacht und ich schließ mich hinten an.
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STOLPERFALLEN UND DAS ZERTRETEN DES WARNENDEN SPÄHERS

Ich zittere vor Angst und Sorge, meine Lippe zuckt und Salzwasser rinnt mir über die Wangen. Keinem wollte ich etwas Böses, doch Schock und der Tyrann in mir machten gute Intentionen zu einem bösen Spiel. Was in meinem Kopf Alarm schlug und einen Schutzmechanismus auslöste, dreht mir meine Gegenüber auf der Zunge zu Egoismus und nicht vorhandene Gönnerhaftigkeit. Ich weiß, dass ihr einen Fehler macht. Ich seh es fast schon vor mir, wie das alles in die Brüche geht. Und ich will euch warnen, vom Abgrund wegziehen. Ihr seid mir wichtig. Doch wo ich versuche ein Held zu sein, macht ihr mich zum miesmachenden Bösewicht. "Du bist eine beschissene Freundin" spuckt sie mir ins Gesicht. Wieder löst sie in mir das Gefühl aus, ein furchtbarer Mensch zu sein. Unausstehlich, unsicher und launisch. Wieder mache ich scheinbar alles falsch, dabei sollte es doch richtig sein. Meine Meinung wird platt getreten und unangespitzt in den Boden gerammt, als sei sie ein feindlicher Speer, der nur zerstören und nicht retten. Ich bin nicht still genug. Hätte ich doch nur nichts gesagt. Wut brodelt in meinem Bauch und Selbstzweifel flüstern mir ins Hirn. Aber es war mir doch wichtig. Es war mir wichtig. Ich seh euch fallen und irgendwem muss ich die Schuld geben. Irgendwas wird zerbrechen. Sie kennt das doch. Und sind sie erstmal am Boden, wird mir der Satz "Ich habs euch doch gesagt" nicht annähernd so wohltuend von den Lippen kommen, wie manche ihn von sich selbst überzeugt dahersäuseln.
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WIR SIND SUPERFERTIG, DOCH WIR FÜHLEN UNS HERRLICH

Eine persönliche Manöverkritik zum Frittenbudekonzert (mit Unterstützung von Saalschutz) am 09/04/2011 mit subjektiven Eindrücken und komplett ohne objektive und damit für professionelle Kritik geeignete Aussagen. Für mehr Informationen oder einen Lauschangriff bitte die Website von Audiolith besuchen, oder Youtube betätigen.


Deichkind spielt man in der sich langsam füllenden Halle und meine Beste lacht: "Das kann ja nur gut werden". Eingeleutet wird das Ganze von Saalschutz, die nicht nur das ungeschriebene Gesetz des Kopfnickens bei Vorbands kassieren, sondern wirklich vorheitzen und Laune auf Tanzen, Denken und Unüberlegtheit machen. 



















Das Puplikum ist jünger, als wir dachten. Mit fast 20 Jahren komm ich mir schon alt vor, während ich die noch nicht halb verbrauchten Kids betrachte. Viele Pärchen sind dabei. Bei Seifenblase und Bilder mit Katze drehen sie sich zueinander, lächeln und küssen sich im Wechsel zu tanzenden Anschmiegungen. Wäre er doch nur nicht am anderen Ende der Welt, denke ich, aber mittlerweile kann ich für andere mitlächeln. Außerdem ist die Stimmung viel zu gut, um sich in Einsamkeit zu suhlen. Live sind Frittenbude genau so genial, wie erwartet. Gesetzt wird nicht auf Effekte, es gibt nur ab und an Seifenblasen als Gag. Texte werden mitgegröhlt, manchmal ändert Johannes sie ab und reimt sogar die Übergänge zurecht.

















Zufrieden grinsend wir uns an, verschwitzt, schnappatmig und von der Reizüberflutung angeheitzt Das Gespringe und Tanzen macht uns fertig, das Flackerlicht brennt sich auf die Netzhaut und ich schließe die Augen wie in einer angenehmen Trance. Bei Seagull nehme ich Glitzerbäckchens Hand. Ich weiß, was der Text nach ihrer Trennung vor kurzem in ihr auslöst. In ihren Augen stehen Tränen, während sie auf die Bühne starrt und man ihr ansieht, dass sie ganz woanders ist. Sie lächelt mich kurz an, wir verstehen uns ohne Worte. Bei Mindestens in 1000 Jahren stürze ich mich mit meiner Pandaschwester todesmutig zum ersten Mal rücklings von der Bühne. Nur wenige Sekunden schwebe ich über den Händen der Einheitsmasse, in der sich alle nur wegen der Musik auf Anhieb verstehen, doch es ist eines der herrlichsten Gefühle. Viel zu schnell ist der von zum Nachdenken anregenden Texten und tanzbaren Beats dominierte Abend vorbei. Zum Schluss stürmen die meisten der Gäste den Gastgebern die Bühne ein und feiern zusammen wie ein einziger riesiger Freundeskreis. Ich muss lächeln, wisch mir den Schweiß von der Stirn. Ausgepowert trinken wir ein Abschiedswasser, zerstört, zerlegt, aufgekratzt, aber überglücklich.

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WOHIN IST DIE NACHT GEGANGEN?

Ich male den Lidstrich wie in Trance zuende, starre mich im Spiegel an und befinde das Ergebnis der allgemeinen Aufmacherei für gut. Wir sitzen im Auto, das ist schon fast Luxus. Für das pinke Band am Handgelenk blechen wir 10€, aber wenigstens müssen wir nicht viel für Bier ausgeben, die Kurzen in der Tasche tun es auch. Es sind mehr bekannte Gesichter da als erwartet und ich bin positiv überrascht. Sogar die Musik ist erträglich. Eigentlich geht es mir gut. Ich habe Spaß. Doch die Nacht rennt und viel zu schnell stehen wir wieder draußen, müde und untätig. Zu Hause flüstere ich meiner Mutter eine gute Nacht zu und verkrieche mich in meine Höhle, wie ein Kind. Was haben wir heute gemacht? Wir haben getanzt, gesungen, getrunken, gefeiert. Aber im Nachhinein verschwimmt der Abend mit vielen anderen zuvor. Sie ergeben einen Erinnerungsbrei. Besonders stechen sie nicht hervor. Auf einmal komme ich mir stumpfsinnig vor, gewöhnlich und ziellos. Der Wunsch nach mehr kriecht in mir hoch, beißt sich in meinem Kopf fest und schüttelt mich, während ich starr ins Dunkel blicke. Mehr. Was auch immer, aber bitte mehr davon. Etwas besonderes, bewegendes, das mich wachrüttelt. Ich presse die Lippen zusammen und schließe die Augen, um mich vor dieser Leere in den Schlaf zu flüchten. Eigentlich geht es mir gut.